Titel: Chouja Reideen II 3/? Von: Miki ("Jaruka") Fanfic: Chouja Reideen Wir haben heute... ja, wie hieß das Museum doch gleich? Na ja, keine Ahnung, aber wir haben heute mehrere Museen in St. Petersburg besichtigt und es war gar nicht mal so übel. Allerdings schweiften meine Gedanken andauernd ab zu anderen, wesentlich unwichtigeren Sachen (wie dieser Fanfic hier *sweatdrop*)... Egal, was soll's? Ich habe noch immer keine Idee, wie das hier irgendwann mal enden soll. Ich schreibe immer munter drauf los, bleib manchmal an Ideenlosigkeit hängen und beschäftige meine Gedanken mal wieder mit etwas anderem, um dann neue Ideen schneller zu denken als sie aufschreiben zu können. Disclaimer: Keine Änderungen gegenüber den letzten Teilen zu vermerken... Warnungen: Nö, eigentlich keine. Außer vielleicht, dass die Story etwas unglaubwürdig ist - aber das sind Yaoi-Fanfics in gewisser Weise ja alle. Oh, and there's a little Crossover! ^-^ (Wer entdeckt's?) ------------------------------------------------------------------------- Fujimaru hatte erst gar nicht glauben wollen, was Kazuya ihm erzählt hatte. Es sollte ein Videospiel mit den Reideen geben? Wer dachte sich denn so etwas aus? Eigentlich egal - auf jeden Fall musste er es morgen gleich Hayate zeigen! Der fünfzehnjährige Japaner wälzte sich unruhig im Bett herum. 'Und dann werde ich hoffentlich mal in Ruhe mit ihm reden können...', dachte er und fiel gleich darauf in einen traumlosen Schlaf. ~~~~~~~~~~ "ZUM KOTZEN!" Kazuya knallte fluchend den Telefonhörer auf die Gabel. Wie oft sollte denn da noch besetzt sein? Er ließ sich seufzend auf den Rücken fallen und streckte die Arme weit vom Körper ab. Warum nur war es so verdammt schwierig, mitten in der Nacht einen Anrufbeantworter zu erreichen? Einen Menschen ja, aber einen Anrufbeantworter? Er setzte sich auf und wählte die Nummer erneut. Diesmal kam endlich ein Freizeichen - und dabei hätte Kazuya beinahe schon aus "Gewohnheit" wieder aufgelegt. So, das war dann endlich auch geschafft! Er hatte für Tsubasa die LD mit dem Kinofilm von 'Card Captor Sakura' bestellt. Sie trampelte schon seit Tagen auf Hishous Nerven herum, dass sie die sooooo unbedingt zum Geburtstag haben musste! Kazuya lächelte. Wenn Hishous kleine Schwester etwas haben wollte, dann konnte sie wirklich unausstehlich werden. Aber deswegen hatte er die Aufgabe mit der Bestellung nicht übernommen. Nein, Kazuya hatte es für Hishou getan! Hishou, der ihm wichtiger war als irgend etwas anderes auf der Welt. Dummerweise hatte Hishou nicht die gleichen Gefühle wie er. "Du kannst dir überhaupt nicht vorstellen, wie sehr ich deine Probleme verstehen kann, Fujimaru...", seufzte er. ~~~~~~~~~~ Am nächsten Morgen erwachte Shinobu mit einem schrecklichen Kater. Zu seinem Erstaunen stellte er fest, dass er zwar allein war, aber nicht in seinem Bett lag. Er blickte sich um und schlussfolgerte anhand der vielen Samurai-Poster, dass es Gingas Raum sein musste. Und gleich darauf fiel ihm auch wieder die letzte Nacht ein. Er hörte ein Seufzen, das aus Richtung Schreibtisch kam. Shinobus Blick wanderte dorthin und er entdeckte Ginga, der den Kopf auf die Arme gelegt hatte und aus dem Fenster starrte. "Oh, Guten Morgen!" Shinobu stieg aus dem Bett und trat hinter den zartvioletthaarigen. Er wollte ihm die Hand auf die Schulter legen, zog sie aber kurz vorher zurück und ließ sie kraftlos hängen. Immerhin wusste er nicht, wie Ginga nach der letzten Nacht ihm gegenüber reagieren würde. Ginga hob den Kopf und drehte sich zu Shinobu um. Seine Haare fielen ihm ungekämmt in die Stirn und er pustete sie genervt zurück - allerdings ohne sonderlichen Erfolg. "Wir haben miteinander geschlafen", stellte er (beinahe sachlich) fest. "Ja", antwortete Shinobu leise, obwohl Ginga natürlich nicht nach einer Bestätigung gesucht hatte. "Tut mir Leid. Ich weiß auch nicht, wie..." "Es muss dir ja nicht Leid tun", unterbrach Ginga ihn. "Ich hatte mindestens genauso viel Schuld daran. E-es ist nur... Ich meine... Ich habe vorher noch nie..." "Mit einem Jungen geschlafen?", half Shinobu ihm auf die Sprünge. "Ja, das auch", antwortete Ginga und schaute den sportlichen Sänger leicht verlegen an. Dieser stutzte. "Du meinst...?" Shinobu versuchte, sein albernes Grinsen zu unterlassen, aber es gelang ihm natürlich nicht. Ginga nickte. "Wann hatte ich denn schon mal eine Freundin? Ich habe jahrelang nur trainiert, trainiert, trainiert. Das einzige Mädchen, für das ich etwas empfunden habe, war Ekidona. Aber wir haben trotzdem nie... du weißt schon." Seine Wangen röteten sich noch mehr. Dann stand er plötzlich auf und verließ ohne ein weiteres Wort das Zimmer. Shinobu schaute ihm verdutzt nach... ~~~~~~~~~~ "Hey, Fujimaru, nun renn doch nicht so!" Hayate rannte seinem Freund atemlos hinterher durch Toukyous Straßen. Oder besser, er vollführte (nicht gerade elegante) Hüpfer, rannte drei Schritte und hüpfte dann wieder. So ganz geheilt war sein Knöchel nach so kurzer Zeit nämlich noch nicht. "Mensch, was trödelst du denn so?" Fujimaru wartete an der nächsten Ecke ungeduldig auf Hayate. Es ging ihm viel zu langsam. "Los, nun komm schon!" Er nahm Hayate bei der Hand und zog ihn mit sich weiter. Dieser hatte plötzlich jeglichen Schmerz vergessen. Fujimaru - SEIN Fujimaru - hielt ihn an der Hand! Er spürte, dass sein Herz heftiger schlug als gewöhnlich, obwohl er von dem bisschen Rennen gewiss noch nicht so erschöpft sein konnte. Nein, es hätte auch keinen Sinn gehabt, sich weiter etwas vorzumachen oder es zu leugnen: Er war in seinen besten Freund verliebt! Sein Körper, der ihm in Fujimarus Nähe irgendwie nicht mehr richtig zu gehorchen schien, sprach eine deutliche Sprache! 'Aber es ist falsch', hämmerte sich Hayate auch diesmal wieder ein. 'Jungs lieben Mädchen - nicht andere Jungs! Das ist so falsch! So pervers!' "Was hast du?" Fujimaru hatte bemerkt, dass Hayate plötzlich langsamer geworden war. "Schau, wir sind schon da." Sie standen vor einer großen Halle, über der in roten Buchstaben 'Crown Game Center' geschrieben stand. "Hier drin ist es." Fujimaru ließ Hayates Hand nicht los, als er die Spielhalle betrat. "Guten Tag!", begrüßte sie ein junger, blonder Mann, auf dessen Brustkärtchen 'Furuhata M.' zu lesen war. "Sucht ihr etwas Bestimmtes?" "Ja. Ich habe gehört, es soll ein Videospiel namens 'Reideen - The Beginning Of The End' geben", plauderte Fujimaru unverdrossen los. "Mein Freund und ich würden es gerne mal ausprobieren. Es soll ja ganz neu sein, nicht wahr? Ich bin sicher..." Den Rest bekam Hayate nicht mehr mit. Ein Videospiel von Reideen? Warum hatte er davon noch nichts gehört? Natürlich! Er hatte in letzter Zeit so viele Gedanken über Fujimaru gehabt, dass er sich überhaupt nicht mehr um seine eigenen Hobbys gekümmert hatte. Aber eigentlich tat ihm das kaum Leid. An Fujimaru zu denken war doch so viiieeeel schöner... "Komm, Hayate! Hey, schläfst du neuerdings schon im Stehen ein?" Fujimaru tippte ihn auf die Nasenspitze und Hayate schoss das Blut ins Gesicht. Verlegen wendete er sich ab. 'Er schaut mich nicht einmal mehr an', dachte Fujimaru bekümmert. Als der junge Mann aus der Spielhalle ihn an den Automaten führte, setzte er wieder ein Lächeln auf. Aber innerlich hätte er am liebsten geweint... ~~~~~~~~~~ Kazuya saß im Park auf einer kleinen Natursteinmauer und ließ die Beine baumeln. Unter ihm plätscherte ein friedlicher Bach, auf dessen Oberfläche manchmal kleine Blätter oder Zweige schwammen. "Ach, Hishou", seufzte er leise und sog den frischen Wind ein. Etwas weiter rechts auf der gegenüberliegenden Seite spielten zwei Mädchen Verstecken. Die Ältere der beiden, die höchstens zehn oder elf Jahre alt war und niedliche blonde Flechtzöpfe trug, hatte sich ganz flach an die Böschung gelegt, sodass das andere Mädchen sie nicht sehen konnte. Kazuya war gespannt, ob sie das Suchen aufgeben oder ihre Freundin finden würde. Aber so weit kam es gar nicht. "Ahh, meine Ruri!" Das blonde Mädchen sprang auf einmal auf und folgte ein Stück dem Verlauf des Baches. Jetzt war sie Kazuya direkt gegenüber und er konnte sehen, wonach sie suchte: Auf dem Wasser schwamm eine kleine Stoffpuppe und wurde immer weiter gespült. Kazuya wusste, dass der kleine Bach schon hinter der nächsten Ecke in einen großen Fluss münden würde - und von dort aus direkt ins Meer. "Bleib stehen, Kleine!" Das Mädchen, das schon angefangen hatte, die Böschung herunter zu klettern, hielt bei Kazuyas Ruf erstaunt inne. Mit neugierigen Augen beobachtete sie den rothaarigen Jungen, der mit einem Satz die kleine Böschung heruntersprang, in das knöcheltiefe Wasser lief und nach der Puppe griff. Dann kam er zu dem Mädchen herüber und reichte sie ihr. "Hier." "Vielen Dank!", lachte die Kleine. "Meine Ruri, meine Ruri, meine Ruri!" Sie tanzte mit der nassen Puppe über die Wiese, hinüber zu ihrer kleinen Freundin oder Schwester (oder wie auch immer). Kazuya verspürte bei ihren Worten allerdings einen Stich im Herzen. Ruri! Ohne Ruri hätte er vielleicht eine Chance bei Hishou gehabt. Wenn er sich nicht mit ihr verlobt hätte, dann wäre vielleicht... Aber das war Unsinn, und Kazuya wusste das! Mit diesen trüben Gedanken setzte er sich zurück auf die Mauer. Plötzlich legte sich eine Hand auf seine Schulter. "Eine gute Tat, Reideen Crow! Wie es sich für einen Helden gehört", vernahm er eine Stimme hinter sich. Und sie war ihm keineswegs unbekannt! Erschrocken drehte er sich um und blickte direkt in ein rotes, funkelndes Augenpaar. "Du?!", brachte Kazuya noch hervor. Dann sackte er ohnmächtig in Louche de Mons Armen zusammen... ~~~~~~~~~~ "Ich muss mit dir reden, Hayate!" Fujimaru schaltete ohne Vorwarnung das Videospiel ab, das eh nicht besonders realistisch war. Solche Waffen hatten sie als Reideen nie besessen - eigentlich schade. "W... worüber denn?" Hayate wurde nervös. Hatte Fujimaru etwa herausgefunden, was er für ihn empfand? Ängstlich beobachtete er seinen Freund, aber dieser schien nicht böse oder so auf ihn zu sein. "Du weichst mir in letzter Zeit ständig aus, Hayate!", fuhr Fujimaru fort, der Hayates Zögern zwar bemerkt hatte, aber absichtlich übersah. "Wenn du etwas gegen mich hast, dann sag es mir bitte oder..." "Ich habe nichts gegen dich!", rief Hayate und senkte sofort erschrocken seine Stimme. "Ich würde nie etwas gegen dich haben, Fujimaru! Glaub mir, du bist mein bester Freund!" "Aber warum benimmst du dich dann so komisch? Du redest kaum noch mit mir und suchst immer einen Grund, um zu verschwinden." "Ähm... D-d-das... das ist nicht so leicht... zu erklären", stotterte Hayate. "K-können wir woanders darüber reden?" Sein Blick streifte die anderen Spieler im Game Center, von denen einige ihre Köpfe neugierig zu ihnen gewandt hatten. "Nicht hier... bitte!" "Meinetwegen", willigte Fujimaru ein. "Hauptsache, du erklärst mir endlich, was mit dir los ist." "Also schön", gab Hayate nach. "Komm, wir gehen zu mir." Hayates Stimme schwankte leicht. In wenigen Minuten würde er Fujimaru alles gestehen müssen, denn anlügen konnte er seinen geliebten Freund nicht mehr. Aber ihm die Wahrheit zu sagen würde gleichzeitig heißen, ihn zu verlieren... ~~~~~~~~~~ Shinobu war auf dem Weg zu dem Kampfplatz, auf dem Ginga lernte, seine Fähigkeiten als Samurai weiter zu entwickeln. Er wurde seit einiger Zeit wieder von seinem Vater trainiert, weil irgendein neuer Film gedreht werden sollte. Aber das war ja auch egal. Auf jeden Fall musste er sofort mit Ginga reden, bezüglich der letzten Nacht. "Hallo Shinobu!", sprach ihn auf einmal jemand an. Shinobu, der völlig in Gedanken versunken war, hob den Kopf und blickte in die tiefblauen Augen von Hishou. Neben ihm stand Ikazuchi, der ihn gegrüßt hatte. "Hey, tut mir Leid wegen gestern." "Wie?" "Na, ich habe dich doch über den Haufen gerannt." "Ach so, das... Schon gut!" Shinobu steckte die Hände in die Taschen und trat unruhig auf der Stelle, als Ikazuchi versuchte, ihn in irgendein Gespräch über Tsubasas Geburtstagsfeier zu verwickeln. "Du, tut mir Leid, aber ich hab's eigentlich furchtbar eilig, Ikazuchi", unterbrach er ihn nach einer Weile höflich. "Eine Verabredung?", fragte Hishou neugierig und schaute Shinobu grinsend an. "Nein, etwas... anderes", wich Shinobu aus. "Also, man sieht sich!" "Ja, bis dann!", verabschiedete sich Ikazuchi. "Aber zu Tsubasas Party kommst du doch, nicht wahr?", rief Hishou ihm noch nach. "Sie hat uns alle eingeladen!" "Ja, ja! Tschüss!" Shinobu verschwand um die Ecke. "Wo der wohl so plötzlich hin muss?", fragte sich Ikazuchi laut, als er und Hishou ihren Weg fortsetzen. Sie wollten zum Einkaufscenter, um noch ein paar Kleinigkeiten für Hishous kleine Schwester zu besorgen. "In der Richtung liegt doch eigentlich nur noch der Kampfplatz, oder?" "Ja, du hast Recht. Hmm... Wir sollten Ginga mal aushorchen, ob Shinobu dort vielleicht eine Freundin hat", antwortete Hishou grinsend. Ikazuchi nickte und verzog sein Gesicht ebenfalls zu einem Grinsen, das mindestens bis über beide Ohren reichte... ~~~~~~~~~~ "Also, was wolltest du mir sagen?", fragte Fujimaru, nachdem Hayate nun schon über fünf Minuten schweigend am Fenster gestanden hatte. Sie waren allein zu Hause, denn die anderen waren alle unterwegs, um letzte Besorgungen für Tsubasas Party zu machen. Und Reiko lenkte die Kleine inzwischen mit einem Zoobesuch ab. "Ich... ich..." Hayate blieben die Worte im Hals stecken. Was sollte er denn sagen? Fujimaru saß ihm gegenüber auf dem Bett und schaute ihn erwartungsvoll an. Er war so schön! Nein, Hayate konnte ihm einfach nicht die Wahrheit sagen. Er würde damit ihre Freundschaft zerstören - und die war ihm wichtiger als alles andere auf der Welt. "Ich finde, dass wir viel zu oft zusammen sind", brachte der braunhaarige Junge schließlich mühsam hervor und ekelte sich dabei selbst vor seinen falschen Worten. "Ich brauche auch mal Abstand, um wieder etwas allein zu unternehmen. Oder mal wieder mit meinen Klassenkameraden, verstehst du, Fujimaru?" Der junge Keyboarder fühlte sich plötzlich wie vor den Kopf gestoßen. Hayate hatte doch eben noch beteuert, dass er nichts gegen ihn hatte. Und jetzt sagte er, sie sollten sich weniger sehen? "Aber... wieso?" "Es ist mir einfach zu nervig, auf Dauer immer nur dieselbe Person zu ertragen!", brause Hayate plötzlich auf. Er wollte nicht patzig werden, aber er wusste, dass er diese Lüge nicht lange aufrecht erhalten konnte. Nicht vor Fujimaru! "Danke, das reicht!" Der schwarzhaarige Junge erhob sich vom Bett und versuchte, das Zittern seiner Hände zu verbergen. "Wenn du so über mich denkst, dann gibt's für mich wohl keinen Grund mehr, weiter hier zu bleiben. Mach's gut, Hayate!" Seine Stimme klang kalt. Das Geräusch, das die zufallende Tür hinterließ, hallte noch lange in Hayates Ohren. Er ließ sich an der Stelle, an der er stand, auf die Knie fallen und fing hemmungslos an zu weinen. Jetzt hatte er ihre Freundschaft völlig zerstört! Und dabei hatte er doch nur um jeden Preis verhindern wollen, dass Fujimaru etwas von seiner Zuneigung zu ihm erfuhr. Vielleicht wäre das trotzdem besser gewesen, als zu behaupten, dass Hayate ihn weniger sehen wollte. Für seinen Freund bedeutete das jetzt nämlich 'nie' mehr. "Fujimaru!" Hayate sackte noch mehr in sich zusammen und verbarg sein Gesicht zwischen seinen Händen. Er hatte alles kaputt gemacht... ------------------------------------------------------------------------- Tja, und wieder ein Teil zu Ende. Blöd wie die anderen, aber ich schreib trotzdem fleißig weiter... Und jetzt geh ich schlafen. Oyasumi nasai, minna-san!