Titel: A Pure Heart For You 4/?
Autoren: Miki-chan: ["Jaruka"<Kutschis@t-online.de>]
             Rei-chan: [Kaworu_Nagisa@freenet.de]
 
Disclaimers: Immer noch nicht unsere Boys (WIESO EIGENTLICH NICHT???), nur
unsere armen "Opfer"... hähähä!!! ^-^ Wir verdienen auch kein Geld damit...
^-^
Warnung: Ääääääääändlich mal lemon!! ^^
 
 
 
a) by Rei-chan
~~~~~
"Danke", flüsterte Hayate erleichtert und drückte Fujimarus Hand kurz,
bevor er sie losließ. Dieser blickte ihn erstaunt an. Der Junge neben
ihm... er... er lächelte! Ja, tatsächlich!! Auf Hayates Lippen lag ein
LÄCHELN! Und das Sonderbarste war: Es machte Fujimaru in diesem Augenblick
unsagbar glücklich.
Fujimarus Herz begann heftig zu klopfen. Seine Finger suchten nach Hayates
Hand, ergriffen sie und er hielt sie stumm fest. Hayate schenkte ihm einen
fragenden Blick. Irgendwann wandte Fujimaru sich zu ihm um. "Du siehst...
richtig schön aus, wenn du lächelst...!" Hayate errötete und Fujimaru
spürte, wie ihm ebenfalls Blut in die Wangen schoß. /Oh Mann, was rede ich
hier eigentlich? FETTNÄPFCHEN!!/ "A... arigatou!" Fujimaru lächelte, dann
löste er sich wieder von seinem Freund - /Freund?/. "Fujimaru?" "Hai?"
Hayate lächelte, nun wieder bedrückt. "Tut mir leid, daß ich dir das mit
Hitoshi immer vorgeworfen hab... du bist... wirklich nicht so übel, wie ich
geglaubt hab...!" Fujimaru schnaubte. "Laß mich bloß mit Hitoshi in Ruhe,
der kriegt noch was von mir zu hören...!" "Nani?" Nun blinzelte Hayate
verwirrt. Fujimaru winkte ab. "Ist nur ein kleiner Streit, aber ich bin
trotzdem stinksauer!" "Oh... doch nicht wegen mir...?" /Nicht wirklich!/
"Nein, geht um was anderes...!" Hayate nickte.
~~~~~
Irgendwann verirrten die beiden sich in die Küche, wo Hayate ihnen einen
großen Eisbecher zauberte. Draußen regnete es noch immer in Strömen. "Ich
liebe Eis...!" schnurrte Hayate, während er begeistert mit einem Löffel
darin herumstocherte. "Das macht doch dick!" scherzte Fujimaru und schob
sich seinen vollen Löffel in den Mund. "Ich habe eh Untergewicht, also
macht das nichts!" /Das sieht man, Hayate-kun!/ "Wodurch kommt das...?"
"Ich esse kaum... hab keinen Hunger... aber heute könnte ich echt alles
verschlingen, was mir in die Quere kommt...!" Fujimaru lächelte. "Mich
auch...?" murmelte er leise, doch gleich darauf hätte er sich am Liebsten
an die Stirn geschlagen. /WAS REDE ICH HIER EIGENTLICH??/ "Was sagtest du?"
fragte Hayate und leckte seinen Löffel ab. "Äh... ich meinte nur, ich
auch!" "Soll ich uns eine Pizza bestellen?" /Ach, eine eigene Pizzeria habt
ihr also nicht?/ Beinahe hätte Fujimaru den Satz laut ausgesprochen, doch
er schwieg eisern. "O-okay... klar, wieso nicht?" Hayate nickte. "Was magst
du haben? Salami, Schinken, Pilze... verschiedene Käsesorten... Hawaii...?"
"Das, was du nimmst...!" Hayate nickte, dann verschwand er, um zu
telefonieren.
Fujimaru atmete auf. Er verstand sich selbst nicht mehr. Konnte es wirklich
sein, daß Hayate ihn so durcheinander brachte, ihm den Verstand raubte? Vor
wenigen Stunden noch war die reine Vorstellung, den ganzen Tag mit Hayate
zu verbringen, der reinste Horror für ihn gewesen... und nun? /Nun mag ich
nicht mehr gehen - ist doch so...!/ Fujimaru seufzte. Er konnte es nicht
leugnen, er mochte den Jungen. Er mochte Hayate Ootori, den Jungen, den sie
alle sonst so sehr mieden. /Soll ich seinem Dad dafür danken, daß ich ihn
besser kennenlernen durfte?/ Fujimaru schielte zu Hayate, der einige Meter
entfernt telefonierte. Er lächelte noch immer, während er mit der Schnur
vom Telefonhörer spielte, sie ganz langsam um seine Finger wickelte, die
Fingerspitzen darüberstreichen ließ...
Fujimaru schluckte, als er das Kribbeln in seiner Leistengegend bemerkte.
/Shit, shit, shit!/ Seine Augen wanderten über Hayates schlanken Körper,
seinem Rücken, den Hüften, dem Po...! Hastig wandte er sich ab. /Denk nicht
mal dran!/ mahnte er sich. /Das hier ist ein Job, gut, mag sein, daß Hayate
nicht übel ist, aber DAS ist ausgeschlossen, oh nein!/ Trotzdem konnte er
den Druck zwischen seinen Schenkeln nicht leugnen.
Hayate kam zurück. "In einer Viertelstunde ist sie da...!" "Wer?" Hayate
grinste. "Na, die Pizza!" "Oh... äh, ja, richtig!" Hayate setzte sich
wieder zu Fujimaru an den Glastisch, um den herum lederbezogene Hocker
standen und wandte sich dem langsam schmelzendem Eis zu. "Ist irgendwas
nicht okay?" "Huh? Nein, alles klar!" Fujimaru grinste zurück. "Ich war
gerade nur ein wenig in Gedanken versunken, daß ist alles...!" Hayate
nickte.
Sie stocherten noch ein wenig lustlos im Eis herum, bis Hayate tief
durchatmete und... : "Fujimaru?" "Hai?" Fujimaru blickte auf. "Ich ähm...
ich wollte... mich würde interessieren, ob...?" stammelte Hayate und
errötete. "Was denn?" /Ist es ihm immer noch peinlich, offen mit mir zu
reden?/ Ein belustigtes Lächeln huschte über Fujimarus Lippen. "Naja, ich
wollte bloß wissen, ob... hast du morgen Zeit?" Fujimarus Herz schlug
schneller. "Äh... ja, klar...!" "Hättest du was dagegen, wenn ich zu dir
komme?" Fujimarus Herz raste. "Zu mir...?" Hayate nickte und blickte ihn
hoffnungsvoll an. "Ich hab aber keine Eiscreme...!" "Egal...!" "Und kein
Privatkino!" "Auch egal...!" Hayate grinste. "Wir können doch... einfach
nur quatschen...!" Fujimaru nickte. Der Gedanke, daß Hayate morgen zu ihm
kam, begeisterte ihn geradezu. "Oder Basketball spielen...!" Fujimaru
stutzte. "Basketball?" "Hai... ich hab das Spielfeld da mal gesehen, einen
Ball kann ich mitbringen... oder magst du kein Basketball?" "Ich spiele
eigentlich lieber Fußball...!" /Baka! Sag doch einfach JA!!/ "Ist mir auch
recht...!" Hayate griff hinter sich und schob Fujimaru einen Zettel zu.
"Schreib deine Adresse auf und nenn mir eine Zeit... ich bin da...!"
Fujimaru nickte und notierte seine Adresse. "Um Zwölf, einverstanden?"
fragte er dann. Hayate nickte.
Schließlich läutete es an der Tür - die Pizza kam.
Fujimaru merkte erst jetzt, wie groß sein Hunger war. Der Duft der Hawaii-
Pizza stieg ihm quälend in die Nase und als Hayate ihm Besteck reichte, aß
er sofort. Hayate bedachte ihn mit einem amüsierten Blick. "Hungrig, hm?"
Fujimaru blickte auf und schluckte. Lag da auch ein Hauch von Verzückung in
seinem Blick? "Go... gomen nasai... ich wollte nicht unhöflich sein!"
Hayate lachte, als er Fujimarus betretenes Gesicht sah und so peinlich es
diesem auch war, in dem Moment war er glücklich, Hayate herzhaft lachen zu
hören. "Hau rein!" grinste dieser schließlich.
~~~~~
Der Abend kam schnell, viel zu schnell... die meiste Zeit hatten die beiden
damit verbracht, sich über den noch immer andauernden Regen zu ärgern und
über die Lehrer ihrer Schule zu quatschen. In wenigen Tagen ging es also
wieder los.
Fujimaru wurde klar, daß er mit Hayate wirklich ernsthaft reden konnte,
ganz anders als mit Hitoshi und er fühlte sich frei, weil er endlich alles
sagen konnte, ohne sein Gegenüber zu langweilen, denn Hayate hörte zu. Er
sprach noch immer sehr wenig von dem, was in ihm vorging, doch Fujimaru
spürte, daß Hayate wesentlich lockerer war.
Schließlich wurde es Zeit, zu gehen. "Meine Mom wartet sicherlich schon...
und ich muß Mina eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, daß hab ich ihr
versprochen, ehe wir dich abholten...!" entschuldigte er sich und war
wirklich traurig, jetzt gehen zu müssen. /Morgen sehe ich ihn ja wieder -
und ich freue mich!/ Hayate nickte verständnisvoll. "Ich hab dich ja lang
genug genervt!" erwiderte er lächelnd. Fujimaru schüttelte den Kopf. "Du
nervst nicht...!"
Er wartete, bis Hayate seine Sachen geholt hatte und er endlich wieder
hineinschlüpfen konnte. Den Pullover drückte er Hayate in die Hand. Dieser
warf ihn achtlos auf sein Bett, als sie an seinem Zimmer vorbei kamen. "Wie
willst du nach Hause kommen? Es regnet noch immer!" fragte er dann besorgt.
"Unser Fahrer ist leider nicht da!" "Nicht schlimm!" entgegnete Fujimaru.
"Ein paar Meter von eurem Haus entfernt ist eine Bushaltestelle. Ich fahre
zwei Stationen, dann bin ich fast da...!" "Oh... na gut, ich bringe dich
noch hin...!" Fujimaru warf ihm einen fragenden Blick zu. "Zur
Bushaltestelle!" "Oh... das ist lieb, danke...!" Wieder erröteten beide.
"Gehen wir!" flüsterte Hayate dann.
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Hayate hatte einen Schirm mitgenommen, als sie losgegangen waren.
Nun standen sie an der Haltestelle und warteten. Der nächste Bus kam in
zehn Minuten. Glücklicherweise war die Bushaltestelle überdacht.
"Du... kommst also morgen zu mir, ja?" fragte Fujimaru noch einmal. Hayate
nickte. "Du wirst erschreckt sein... denk dran, da ist es anders als hier
in deinem Viertel!" Hayate schüttelte den Kopf. "Es ist dein Zuhause... es
wird mir bestimmt gefallen...!" Hayate lächelte. "Es ist doch egal, wie es
aussieht und in welchem Viertel es liegt... ich werde mich wohl fühlen...!"
"Bestimmt?" Fujimaru wandte sich zu seinem neuen Freund um. "Bestimmt... "
entgegnete Hayate nun schüchtern. "Soll ich uns dann morgen was kochen...?"
"Klar...!" Hayate schien begeistert. "Und was?" fragte Fujimaru grinsend.
"Egal, ich esse alles!" Fujimaru grinste und tippte Hayate auf die Brust.
"Es wird ordentlich fettig sein, ein paar Kilo mehr hättest du wirklich
nötig!" Hayate grinste. "Wie du willst!"
Fujimaru lächelte, dann ließ er den Finger plötzlich ganz langsam über
Hayates Brust gleiten, über den Bauch bis zum Bund der Hose an seinen
Hüften. Er spürte deutlich, daß Hayate den Atem anhielt.
/Wasmachichhierwasmachichhier?/ Fujimaru errötete. /Baka!/ Und trotzdem...!
Fujimaru blickte Hayate ins Gesicht, dessen fragender Blick ihn aus seinen
halbgeöffneten Augen traf. "Hayate...?" "H... hai?" Fujimarus Atem wurde
schneller. /Es geht nicht anders - ich muß!/ "Gomen nasai!" Er beugte sich
vor und bedeckte Hayates Lippen mit seinen.
Hayate zuckte zusammen unter seiner Berührung, doch dann, ganz langsam,
schmiegten sich Hayates Lippen an seine und sie küßten sich zärtlich.
Fujimaru seufzte leise und als Hayate daraufhin seinen Mund öffnete, schob
Fujimaru vorsichtig seine Zunge in Hayates Mund, erkundete ihn. Er war heiß
und feucht und Fujimaru mochte ihn. /Ich muß spinnen!/ Seine Hände
wanderten über Hayates Rücken, legten sich auf seine Hüfte, zogen ihn fest
an sich.
Undeutlich hörte er, daß der Regenschirm zu Boden fiel, ehe Hayates Arme
sich um seinen Nacken schlangen.
Als Fujimaru die Augen ein wenig öffnete, sah er zuerst, daß Hayates Augen
geschlossen waren, dann den ankommenden Bus. /Zu früh, viel zu früh!/
Fujimaru löste sich seufzend von Hayate, ihre geröteten Gesichter und
geschwollenen Lippen spiegelten sich in den Augen des Anderen. "Bis
morgen!" murmelte Fujimaru nur, dann wandte er sich um und sprang in den
Bus. Durch das Fenster sah er, daß Hayate ihn völlig verwirrt und ungläubig
anstarrte, dann nickte der braunäugige Junge und winkte.
 
b) by Miki-chan
~~~~~
Hayate lag auf seinem Bett, die Arme hinterm Nacken verschränkt. /Wo Vater
wohl steckt?/ Er hatte Herrn Ootori schon seit zwei Tagen nicht mehr
richtig zu Gesicht bekommen, nur kurz beim Frühstück, als er in die Küche
kam und sein Vater gerade den letzten Schluck seines Kaffees nahm. /Ich
muss ihm doch erzählen, dass ich einen Freund... / Hayate schluckte. Warum
wollte er das seinem Vater eigentlich erzählen? Es würde ihn wahrscheinlich
kaum interessieren, er würde es nur mit einem flüchtigen Lächeln und einem
"Wie schön für dich, mein Sohn... " abtun. Wusste er überhaupt, dass
Fujimaru hier gewesen war? /Ja... sicherlich hat es ihm einer der
Dienstboten berichtet./ Hayate drehte sich auf die Seite und starrte zu
seinem Schreibtisch. Der Computer war abgeschaltet, das war ungewöhnlich
für die doch relativ frühe Uhrzeit. Aber er wusste im Augenblick nichts mit
ihm anzufangen. Seufzend wälzte er sich zurück auf den Rücken. Selbst wenn
sein Vater zu Hause gewesen wäre - *was* bitte schön sollte er ihm
erzählen? Er konnte doch unmöglich erwähnen, welche Gefühle er Fujimaru
entgegen brachte. Sein Vater würde ihn vielleicht hochkant aus dem Haus
werfen - oder er würde versuchen, Fujimaru zu bestechen, dass er ging...
oder dass er BLIEB? Hayate erschauerte bei dem Gedanken, dass sich sein
Vater wieder einmal in sein Leben einmischen könnte. So sehr es ihn
bedrückte, dass seine Mutter ihn andauernd ignorierte, so sehr verabscheute
er es auch, wenn sein Vater versuchte, Hayate dazu zu animieren, seine
Klassenkameraden mal mitzubringen. Er wollte nicht, dass dieser Mann sich
in sein Leben einmischte. /Nein, ich werde es ihm garantiert *nicht*
sagen/, beschloss Hayate. Dann richtete er sich plötzlich auf. Er schob
sein Hemd hoch und fuhr sich mit der Hand über die Rippen. /Bin ich
wirklich so mager?/ Seine Finger lagen ruhig auf seinem Bauch und er
starrte unruhig in die Dunkelheit. /Fujimaru hat mich hier berührt... /
Hayate bekam eine Gänsehaut, als er daran zurückdachte, wie Fujimarus
Finger langsam seinen Oberkörper hinunter geglitten war. Dieses
unbeschreibliche Gefühl... Ein Blick in Fujimarus Augen hatte ihm
angedeutet, dass dieser selbst nicht so ganz sicher war, was er überhaupt
tat. Und dann... der Kuss! Diese Explosion seiner Nerven, die er bis in
seine Fingerspitzen fühlen konnte, als sich Fujimarus Zunge in seinen Mund
schob. Hayate hatte mit ihr gespielt, während er seinen Freund einem
plötzlichen Impuls folgend umarmt hatte. Es war schrecklich, was sie dort
taten, das wusste Hayate - aber wie konnte etwas so Schönes falsch sein?
Was er aber immer noch nicht wusste, war, wieso ausgerechnet Fujimaru damit
angefangen hatte? Noch vor drei Tagen hatte er nicht einmal mit ihm
gesprochen, ohne dass man ihm ansah, wie schnell er wieder weg wollte. Und
jetzt das! Hayate verstand die Welt nicht mehr. /Wieso denke ich überhaupt
darüber nach?/, fragte er sich nach weiteren endlosen Minuten des Grübeln,
die ihm auch keine logische Erklärung gebracht hatte /Ich sollte mich
freuen, dass mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist! Aber trotzdem... /
Hayate seufzte.
*Laß mich bloß mit Hitoshi in Ruhe, der kriegt noch was von mir zu
hören...!* Hayate schreckte aus seinem Halbschlaf auf. Wovon hatte er
geträumt? Fujimaru... Fujimaru hatte am Nachmittag etwas zu ihm gesagt,
etwas über Hitoshi. Sie hatten sich gestritten, aber worüber? Warum war
Fujimaru so sauer auf ihren Klassenkamerad gewesen? War es vielleicht...?
/Nein, unmöglich!/ Oder doch? Hatte Hitoshi vielleicht etwas von Fujimaru
erfahren, was ihn anekelte? Vielleicht hatte der schwarzhaarige Junge
seinem Freund ja erzählt, dass er etwas für Hayate empfand? /Unsinn, das
tut er ja gar nicht!/ Aber warum hatte Fujimaru ihn dann geküsst?
/Verdammt, ich versteh überhaupt nichts mehr!/ Hayate raufte sich die
Haare. /Sind denn jetzt alle total verrückt geworden?/ Er stand auf,
schlüpfte in seine Hausschuhe und tastete sich im Dunkeln nach unten, in
die Küche. Seine Oma hatte ihm mal erzählt, dass ein Glas warme Milch
helfen würde, wenn man nicht schlafen konnte. Sie hatte ihm immer eines
gebracht, sich an sein Bett gesetzt und ein Lied gesungen, bis er
schließlich eingeschlafen war. Aber damals war er noch klein gewesen, es
lag lange zurück und seine Oma war schon seit vier Jahren tot. Hayate
schwelgte noch einen Moment in Erinnerungen, als ihn das Piepen der
Mikrowelle auf seine Milch aufmerksam machte. Er verbrannte sich die Finger
an dem heißen Glas, fluchte leise und setzte sich dann an den runden
Küchentisch, an dem sonst meistens nur sein Vater saß. Es war schon ewig
her, dass sie hier alle zusammen gefrühstückt hatten, seine ganze Familie.
/Haben wir das überhaupt schon mal?/
Hayate fing erneut an, sich den Kopf über Fujimaru zu zerbrechen.
Irgendwann - seine nicht einmal angerührte Milch war inzwischen wieder kalt
- hatte er sich eine Version zusammengesponnen, die ihm am logischsten
erschien: Fujimaru wollte aus irgendeinem Grund bei ihm sein, was Hitoshi
nicht passte. Deswegen war dieser anscheinend ausgerastet und hatte Streit
mit seinem Freund gehabt. Fujimaru war jetzt sauer auf Hitoshi, wie's
aussah redeten sie auch nicht mehr miteinander. /Und Schuld daran bin
wieder mal ich!/ Hayate lächelte betrübt. Er verstand noch immer nicht,
warum Fujimaru ihn geküsst hatte, aber er fühlte, dass Fujimaru gern bei
ihm war - was ihn sehr glücklich machte. Trotzdem war ihre Freundschaft
Schuld daran, dass sich Hitoshi und er zerstritten hatten, obwohl sie
bisher immer die besten Freunde gewesen waren. Und zwischen diese
Freundschaft durfte er sich einfach nicht stellen! /Ich werde ihn morgen
früh anrufen und ihm absagen/, beschloss Hayate schwermütig. /Vielleicht
ist das besser so./ Mit diesem Entschluss ging er schließlich ins Bett.
~~~~~
Am nächsten Morgen klingelte bei Fujimaru bereits um halb acht das Telefon.
Er nahm noch leicht verschlafen ab, er war ja erst vor zehn Minuten
aufgestanden. Die ganze Nacht über hatte er sich immer ein und die selbe
Frage gestellt, bis zum Morgengrauen: /Warum zum Teufel habe Hayate ihn
geküsst?/
"Ja, Mushanokouji... ", murmelte er lahm in den Hörer. Als er Hayates
Stimme hörte, war er (aus einem für ihn unverständlichen Grund) schlagartig
hellwach. "Oh, guten Morgen", begrüßte er ihn und wunderte sich selbst über
seine plötzliche gute Laune. Aber sie verflog schnell, als Hayate
weitersprach. "Was... wieso? Nein, ich verstehe nicht! Ich... Hayate?
HAYATE!!" /Aufgelegt./ Fujimaru ließ den Hörer sinken. Wieso wollte Hayate
plötzlich doch nicht kommen? Und warum nannte er ihm keinen Grund? Damit
gerieten doch Herr Ootoris und seine Pläne völlig durcheinander! Fujimaru
knallte den Hörer auf die Gabel, ein Hauch von Wut stieg in ihm auf. /Was
bildet der sich eigentlich ein?/ Er war wütend auf Hayate, weil dieser
nicht kam - und noch wütender war er auf sich selbst, weil er darüber
wütend war. /Ich werde zu ihm gehen, jetzt gleich!/ Fujimaru zog sich in
Windeseile an, nicht, ohne dabei weiter auf Hayates Hals-über-Kopf-
Entscheidung zu fluchen. Seine Familie brauchte das Geld; es ging einfach
nicht, dass Hayate plötzlich von seiner Seite aus nicht mehr wollte. Aber
als Fujimaru die Tür aufriss und ihm der kühle, nach Regen riechende
Morgenwind ins Gesicht schlug, stoppte er noch einmal. War es wirklich nur
das Geld, oder... oder *wollte* er, dass Hayate bei ihm war?
 
c) by Rei-chan
~~~~~
Es dauerte nicht lange, bis er vor Hayates Haus stand. Er war auch den
ganzen Weg gerannt und deshalb völlig außer Atem. Als er klingelte, ließ
ihn einer der Dienstboten herein und noch ehe dieser nach dem Grund seines
Besuches fragen konnte, war er aus seinen Schuhen geschlüpft, hatte die
Jacke an den Haken gehängt und die Treppe hinauf gerannt.
Als er oben ankam, hörte er eine Uhr acht mal schlagen. /Himmel, ist das
früh!/ Beinahe hätte er gegähnt, doch er wäre nun ohnehin zu sehr
aufgekratzt gewesen, um zu schlafen.
Er war völlig durcheinander. /Geld? Oder doch Hayate?/ Was zum Teufel lag
ihm daran, hierher zu kommen? Wieso tat die Absage von Hayate so verflucht
weh? Und wieso klopfte sein Herz so schnell, wenn er an ihn dachte. /Du
bist gerannt, baka!/ Er eilte durch den Flur. /DAS IST ABER NICHT DER GRUND
FÜR MEIN HERZKLOPFEN!/
Er blieb stehen, lehnte sich an die Wand und verharrte eine Weile in dieser
Position. /Was zum Teufel ist denn los? Wieso hat er mir bloß den Kopf
verdreht, verdammt?/ Er biß sich auf die Lippe, um einen Fluch zu
unterdrücken.
Irgendwo vor ihm ging eine Tür auf.
Hayate!
"Fujimaru... was...?" Hayate blickte Fujimaru völlig entgeistert an. Dann
senkte er den Blick. "Bitte geh wieder...!"  Fujimaru schüttelte den Kopf.
"Erst, wenn du mir sagst, was los ist! Wieso sagst du plötzlich ab? Bist du
sauer auf mich?"  "Nein... "  Fujimaru schluckte. "Sauer wegen gestern
abend...?"  Hayate riß erschrocken die Augen auf. "Nein... nein, es ist
nur...!" "Was denn...?"  Fujimaru packte Hayate an den Schultern. "Sag
es... "  "Es wird dumm klingen... "  "Sag es, na los!" Fujimaru versuchte,
in Hayates Augen zu blicken, doch der hielt den Kopf noch immer gesenkt.
"Ich hab Angst... " brachte er dann leise hervor. "Angst?" Fujimaru
verstand nun gar nichts mehr. "Ja... ich war immer allein, plötzlich bist
du da und ich habe das trügerische Gefühl, du seist gern mit mir
zusammen... "  "Das bin ich ja auch!"  /Das ist nicht mal gelogen...!/
Fujimaru wurde sofort klar, daß es nicht gelogen war. Er war gern hier. Sie
wußten kaum etwas voneinander und doch mochte er Hayate mehr als irgendwas
sonst. /Mehr als Hitoshi? - JA!/ Und er wollte wieder diese Lippen
berühren...
"Aber... ich bin doch schuld daran, daß Hitoshi und du... daß ihr euch
gestritten habt!" /WAS?/ Fujimaru hätte beinahe gelacht. "Wie kommst du
darauf, daß ist doch Unsinn!"  "Nein... ich hab mich zwischen euch gestellt
und deswegen ist Hitoshi sauer... gib's doch einfach zu...!" Nun blickte
Hayate ihn an, versuchte, wütend auszusehen, doch eher schien er kurz vorm
Weinen zu stehen.
Fujimaru seufzte. "Es hat nichts damit zu tun, daß wir beide uns treffen...
Hitoshi ist einfach nur blöd! Er hat gesehen, daß wir uns im Park... na ja,
du weißt schon... "  "... oh...!" Hayate konnte nur mit Mühe ein Grinsen
verbergen.  "Ja, genau... und er hat mich daraufhin beschimpft... "  "Sagte
er, du seist eine Schwuchtel?"  /Kriegst du solche Kommentare etwa öfters
zu hören?/  "So ist es... und weil ich deswegen sauer war, hab ich mich mit
ihm gestritten. Du trägst daran gar keine Schuld!"  Fujimaru nahm Hayates
Kinn und drückte seinen Kopf hoch. "Und du mußt auch keine Angst haben,
nur, weil jetzt jemand da ist, der... "  /... dich jetzt einfach nur küssen
möchte, baka!/  "Was...?" Hayate wartete, aber sein Gesicht hatte ebenfalls
wieder eine gesunde Röte angenommen.  "... der... "  /Laß ihn los oder du
verlierst die Kontrolle! - UND, WAS IST SO SCHLIMM DARAN?/  "... der...?"
Hayates Arme streckten sich nach oben und legten sich um Fujimarus Nacken.
Fujimaru nickte nur, rieb seine Nasenspitze an Hayates, ehe er ihn ganz
zart auf den Mund küßte.  "Ich verstehe dich nicht, Fujimaru... " wisperte
Hayate, während er die Augen schloß. Ihre Lippen berührten sich abermals.
"Erst beachtest du mich gar nicht... dann kommst du her, um dich zu
entschuldigen... und jetzt... " Fujimaru brachte ihn mit einem
energischerem Kuß zum Schweigen. /Ich verstehe mich ja auch nicht! - DU
BIST HIER, WEIL ES DIR UM DAS GELD GEHT! - Nein, ich bin hier, weil ich ihn
mag! - UND? HÄTTEST DU DAS OHNE DAS GELD HERAUSGEFUNDEN?/ Fujimaru fühlte
sich plötzlich unsagbar schlecht. /Es stimmt, ja, ohne dieses Angebot wäre
ich nie hierher gekommen... aber dann hätte ich ja auch nie erfahren, was
für ein Mensch er ist... und...? - UND WAS? - ... vielleicht hätte ich dann
nicht...? - DU HAST DICH IN IHN VERLIEBT? - Nein! - DOCH!/ Fujimaru
seufzte. Diese Stimme in seinem Kopf trieb ihn noch zum Wahnsinn. /GIB'S
DOCH ZU! DU HAST DICH IN IHN VERLIEBT! -
Neinneinneinneinneinneinneinja...!/ Hayates Zunge drang zaghaft in seinen
Mund ein, während Fujimaru den schlanken Körper immer enger an sich zog.
/Großer Gott, ja, möglich, vielleicht habe ich das! - UND, WAS WILLST DU
NUN TUN? - Abwarten...! - ABWARTEN? DICH DOCH ALS HURE VERKAUFEN? -
Seistillseistill... SEI STILL!/ 
Schwer atmend lösten sie sich voneinander. /'Du bist eben doch eine
Schwuchtel, Fujimaru!'/ Hitoshis Stimme drang durch ihn wie ein Blitz. /Mag
sein, ja, vielleicht... und, wen stört's?/  "Fujimaru...?" Hayate schenkte
ihm einen besorgten Blick. "Alles okay...?"  "Hm?" Fujimaru schien aus
einer Art Trance zu erwachen. "Äh... ja, alles okay...!"  /Verdammtes
schlechtes Gewissen!/
"Guten Morgen, ihr beiden!" Hayate schaute Fujimaru über die Schulter.
"Ohayou, Dad!" Fujimaru wandte sich nur ungern um. Der Vater nickte ihm zu
und blieb dann stehen, als würde er auf etwas warten. Hayate grinste nur,
dann wandte er sich wieder an Fujimaru. "Gehen wir... zu dir?" /Zu dir oder
zu mir?/ Fujimaru mußte grinsen. "Klaro, wie abgemacht...!"
"Gut, dann ziehe ich mich eben um...!"
Hayate verschwand in seinem Zimmer.
"Scheint ja alles zu klappen!" bemerkte Herr Ootori nun. Fujimarus Magen
krampfte sich zusammen. "Ja, alles bestens...!"  "Das freut mich... hier!" 
Fujimaru starrte auf Herr Ootoris Hand.
Ein Scheck.
Es war tatsächlich ein Scheck! /Ein Scheck für...! - NIMM IHN NICHT AN,
WENN DU HAYATE WIRKLICH MAGST!/  Langsam streckte Fujimaru die Hand aus.
/Wir brauchen das Geld, ich habe es Mom versprochen, sie braucht jede
Unterstützung, die sie kriegen kann! - SIE HAT GESAGT, DU SOLLST TUN, WAS
DU FÜR RICHTIG HÄLTST!/ Seine Finger ergriffen das dünne, glatte Papier.
/Es ist richtig - ich will ihr helfen!/
Schließlich lag er in seiner Hand. "Du erfüllst deinen Teil der Abmachung,
ich meinen!" flüsterte Herr Ootori nun. Fujimaru stopfte den Scheck eilig
in die Hosentasche. "H... hai!" Hayates Vater nickte. "Dann wünsche ich
euch beiden viel Spaß heute...!"  Er wandte sich zum Gehen. "Herr Ootori?" 
Fujimaru blickte auf. "Ja?"  "Die... die Woche ist doch noch gar nicht um!" 
"Mag sein... aber nachdem ich Hayate heute so Lächeln gesehen hab... merke
ich doch, daß du das richtig gut machst... man sieht sich!"
"FUJIMARU!" Hayate kam aus seinem Zimmer gestürzt, als Herr Ootori hinter
der Tür zu seinem Arbeitszimmer verschwand. "Hai?"  "Können wir?" Hayate
hatte sich ein kurzärmliges T-Shirt und eine Jeans angezogen. /Eine recht
enge sogar...!/ Fujimaru mußte wieder grinsen, nickte dann aber. "Gehen
wir!"
~~~~~
Draußen herrschte strahlender Sonnenschein, während sie langsam die noch
stillen Straßen durchwanderten, Hayate immer lächelnd neben ihm, der
verdammte Scheck in seiner Hosentasche. /Was soll ich machen, Hayate...?/
Irgendwann nahm er Hayates Hand.. .
 
d) by Miki-chan (Oi, ich will nicht mit Kapitel 5 anfangen!! ^^;)
~~~~~
Heute war Sonntag - der letzte Ferientag! Fujimaru lag bei Hayate auf dem
Teppich. Er hatte die Arme im Nacken verschränkt und den Kopf darauf
gebettet. Er döste vor sich hin, während Hayate am Anfang noch eine
dringende eMail im Auftrag seines Vaters geschrieben und verschickt hatte.
Danach schaute er seinen Freund stumm an. Fujimarus Gesicht sah entspannt
aus. Zwar lächelte er nicht, aber Hayate spürte, wie wohl er sich fühlte.
Und es machte ihn so glücklich!
Er hatte gestern lange mit Masao telefoniert (der überraschend von seiner
Freundin aus angerufen hatte) und ihm endlich gestanden, dass er wohl nie
ein Mädchen haben würde. Als er auf Masaos Nachfragen hin genauer erklärte,
was er damit meinte, war es am anderen Ende der Leitung eine Zeitlang
ziemlich still. Hayate war unsicher. Ob Masao jetzt auflegen würde? Er
hatte seinem Cousin erzählt, dass er diese Gefühle, die er Fujimaru
entgegenbrachte, selbst auch pervers und nicht normal fand, aber auch, dass
er sie akzeptieren musste und nicht länger verdrängen konnte. Und dann kam
eine Antwort von Masao, die Hayate nur verblüfft einatmen ließ: "Hayate...
dein Kopf denkt, dass es falsch ist - aber was denkt dein HERZ?" Hayate
schluckte. /Er findet mich nicht krank?/ Und plötzlich brach alles aus ihm
heraus, er erzählte von seinen Gefühlen gegenüber Fujimaru, seiner
Einsamkeit und was er sonst noch auf dem Herzen hatte. Masao hörte ruhig
zu, unterbrach ihn nur ab und zu mal, wenn er etwas nicht ganz verstand und
Hayate war glücklich! Ja, Masao stand hinter ihm, er würde ihn nicht
hassen! Gab es etwas Wichtigeres als die Freundschaft und das Vertrauen
seines Cousins, der für ihn wie ein großer Bruder war? /Fujimaru/, schoss
es Hayate durch den Kopf und er musste unwillkürlich grinsen. Ansonsten
fiel ihm keiner ein. "Pass auf dich auf, Kleiner", beendete Masao das
Gespräch schließlich nach fast zweieinhalb Stunden. "Und grüß deinen
Fujimaru von mir. Ich hoffe, ich kann ihn bald mal kennenlernen." Allein an
Masaos vertrauter Stimme erkannte Hayate, dass sein Cousin ihm zuzwinkerte.
Er hauchte noch einen Abschiedsgruß und legte dann auf.
"Hayate?" Fujimaru erhob sich und rutschte auf Knien zum Stuhl den
Angesprochenen. "Hayate", begann er noch einmal und seine Wangen röteten
sich leicht. "Kannst du mir das Geheimnis verraten?"
"Welches Geheimnis?", fragte Hayate erstaunt und ließ sich neben Fujimaru
auf den Fußboden sinken.
"Wie du das gemacht hast... mit mir, meine ich." Hayates Augen glichen noch
immer Fragezeichen. "Erst wollte ich überhaupt nichts mit dir zu tun haben
und jetzt..." Fujimaru lächelte. /Nein, ich will das Geld nicht mehr haben!
Ich werde es zurückgeben. Tut mir Leid, Mama!/ Sein nächster Satz war das
wahrscheinlich Ehrlichste, das er seit Langem gesagt hatte: "Und jetzt kann
ich nicht mehr ohne dich sein!" Hayates Herz tat einen Hüpfer bei den
Worten seines Freundes. Ohne weitere Worte lehnte er sich vor und presste
seine Lippen auf Fujimarus, küsste ihn tief und innig. Die Hände der beiden
Sechzehnjährigen erforschten schüchtern den Körpers des anderen,
entkleideten langsam ihren Gegenüber. Plötzlich saßen sie nur noch in
Unterwäsche da. "Wi-willst du das wirklich, Fujimaru?", fragte Hayate
unsicher. "Ich habe das noch nie gemacht und..."
"Ja, ich will alles machen, solange ich es mit dir zusammen machen kann",
unterbrach Fujimaru seinen Freund und küsste ihn erneut. Seine Zungenspitze
strich über Hayates Lippen, dann versank sie in der feuchten Hitze des
Mundes. Hayate bekam eine Gänsehaut und presste Fujimarus glühenden Körper
fest an seinen eigenen. Die Raumtemperatur schien plötzlich um mehrere Grad
gestiegen zu sein. Nach einer Weile lösten sie sich wieder voneinander,
blickten sich schwer atmend und mit erhitzen Gesichtern an. Die Stille im
Raum rauschte unangenehm in Hayates Ohren.
Plötzlich stand er auf, öffnete eine Schreibtischschublade und holte eine
silberne Dose hervor. Fujimaru hatte sich inzwischen aufs Bett gesetzt, er
trug nur noch weiße Boxershorts, unter denen sich eine deutliche Beule
abzeichnete. Hayate kam zu ihm, setzte sich neben ihn und spielte
unschlüssig mit der kleinen Dose in seiner Hand herum. Sein Gesicht glühte
vor Aufregung und auch vor Scham. "Ich... äh... d-das hier habe ich...
gefunden... b-bei meiner... Mutter", stotterte er verlegen und fühlte, wie
ihm das Blut erneut ins Gesicht schoss. Fujimaru sah auch nicht viel besser
aus, er vermied es auffällig, Hayate in die Augen zu sehen. /Mein Gott,
wieso ist das nur so kompliziert?/, dachte Hayate verzweifelt und legte
seine Hand zögernd auf Fujimarus nackten Oberschenkel. /In Filmen geht das
doch auch immer so einfach!/
Fujimaru fühlte die Hitze von Hayates Hand bis auf seine Knochen. Ihm brach
der Schweiß aus und er war unsicher, was jetzt zu tun war. Er hatte zwar
mal in einem Buch gelesen, wie das erste Mal so war, aber das war erstens
zwischen einem Mann und einer Frau gewesen und zweitens schien das
plötzlich alles so unmöglich, so unrealistisch. Er saß hier wie ein Trottel
auf dem Bett und starrte beschämt den Jungen an, von dem er jetzt ganz
sicher wusste, dass er ihn liebte. "Ich..."
"Es...", begannen sie beide gleichzeitig. Hayate brach plötzlich in Lachen
aus. "Du zuerst", gluckste er und sein Hand auf Fujimarus Oberschenkel
griff fester zu.
"Nein, du!" Fujimaru kam Hayates Gesicht näher, sein Blick bohrte sich in
die dunklen Augen von diesem. "Alter vor Schönheit, hast du das vergessen?"
Er grinste breit.
"Oohhh, na warte!" Hayate hatte plötzlich alle Verlegenheit vergessen und
warf sich auf Fujimaru, drückte seine Handgelenke auf die Bettdecke. "Das
sagst du nicht noch mal, du..." Seine Stimme erstarb mitten im Satz und er
schaute Fujimaru mit hochroten Wangen an. "Ich liebe dich, weißt du das?",
flüsterte er und beugte sich erneut hinunter, um seinen Freund zu küssen.
Der schwarzhaarige Junge legte seine Arme um Hayate und zog ihn zu sich
herunter. Ihr Kuss vertiefte sich, ihre Zungen fochten ein stummes Duell,
in dem keiner nachgeben wollte. Fujimaru streifte Hayate sein Hemd über den
Kopf und richtete sich zusammen mit ihm auf. Hayate entkleidete auch ihn
und dann lagen sie plötzlich völlig nackt nebeneinander. Ihre Boxershorts
hatten sie dem anderen irgendwann zwischen ihren langen Küssen ausgezogen.
Ohne Vorwarnung nahm Fujimaru Hayate die Dose aus der Hand und öffnete sie,
unterbrach dabei nicht einmal ihren Kuss. Er öffnete mit zitternden Händen
den Drehverschluss und stellte sich etwas ungeschickt an, weil seine Augen
weiterhin geschlossen waren. Das, was er als Inhalt fühlte, war kühl und
glitschig, wie... /Gleitcreme!/, schoss es ihm in den Kopf und er errötete
abermals, diesmal noch viel heftiger als vorher. /Deshalb hat Hayate so
gestottert./ Was hatte ER mit den Utensilien seiner Mutter zu schaffen? Und
noch dazu mit GLEITCREME?!
"Ich hab's manchmal benutzt... bei mir selbst", murmelte Hayate, als konnte
er Fujimarus Gedanken lesen. Irgendwie hatte er das Gefühl, es seinem
Freund einfach sagen zu müssen. "Ich hätte nie gedacht, dass es mal jemand
erfahren würde." Er lächelte Fujimaru an und tauchte einen Finger in die
Dose. "Es ist sehr kühl, besser, man erwärmt es etwas mit der Hand." Er
stupste Fujimaru mit dem Finger auf die Nase und hinterließ etwas von dem
durchsichtigen Creme darauf.
"Ist doch warm genug", flüsterte dieser und ein hungriges Glitzern erschien
plötzlich in seinen Augen. "Darf ich...?" Hayate verstand die stumme Frage
und nickte. Fujimaru drehte ihn sanft so, dass Hayate mit dem Rücken zu ihm
lag. Dieser zuckte nervös zusammen, als er plötzlich die Hand seines
Freundes zwischen seinen Backen fühlte. Ein merkwürdiges Kribbeln erfasste
seinen ganzen Körper. Fujimaru bewegte langsam seine Hand und schob einen
Finger in Hayates engen Muskelring. Sein Freund quietschte in einer
Mischung aus Schmerz und Verzückung auf. "Tut es weh?", fragte Fujimaru
erschrocken und hielt in der Bewegung inne. Hayate schüttelte nur stumm den
Kopf, er konnte jetzt einfach nicht sprechen. Fujimarus eine Hand
streichelte zärtlich seine Schulter, während die andere ihn noch immer
massierte und dabei ausgiebig Gleitcreme verteilte. "Soll ich
wirklich...?", flüsterte Fujimaru noch einmal und zog seine Hand zurück.
Hayate nickte mit glänzenden Augen. Ein aufregendes Gefühl nahm von
Fujimarus Körper Besitz, als er seinen Freund nahe an sich heranzog, seine
Brust an Hayates Rücken presste. Und dann fing er langsam an, in ihn
einzudringen.
Hayate zuckte zusammen. Es tat doch weh, höllisch sogar! Er biss sich auf
die Unterlippe, um nicht vor Schmerz aufzustöhnen. Aber Fujimaru ging sehr
vorsichtig und behutsam vor und plötzlich schmerzte es kaum noch. Nein, da
war ein anderes Gefühl, eines, das so heiß wie Feuer, so aufbrausend wie
der Sturm und gleichzeitig so sanft wie Wasser war. Fujimaru fing an, sich
in ihm zu bewegen und Hayate konnte unmöglich noch weiterhin sein Stöhnen
unterdrücken. Aber diesmal war es vor Lust und Fujimaru schien das zu
spüren, denn er lächelte und küsste Hayate auf die Schulter. Seine Zunge
liebkoste Hayates Hals, während er einen Arm um dessen Körper schlang und
sich noch näher an ihn heranschmiegte. "Ich liebe dich", flüsterte er ihm
ins Ohr.
"Ich dich auch", antwortete Hayate. Sein Stimme klang gepresst, er stand
kurz vorm Explodieren. Jeder Stoß von Fujimaru berührte erneut einen Punkt
tief in ihm, der ihn Sterne sehen ließ. /Es ist so wundervoll!/ Hayate
ergriff Fujimarus Hand und umklammerte sie fest, als sie beide beinahe
gleichzeitig zum Orgasmus kamen. Dann lösten sie sich wieder voneinander,
eine Ewigkeit später, wie es schien. Fujimaru drückte sein verschwitztes
Gesicht in Hayates Nacken, murmelte immer wieder: "Ich liebe dich... ich
liebe dich, Hayate..." /Ich scheiß auf alles Geld der Welt! Ich will es
nicht mehr haben!/ "Ich will nur noch dich, sonst niemanden!" Irgendwann
schliefen sie schließlich Arm in Arm ein, während der Mond am Himmel hinter
dunklen Wolken verschwand...
 
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Ja, ich weiß, die Japanisch-Vokabeln, die hier ab und zu benutzt werden
(jedenfalls von Reichan ^^), sind eigentlich so gut wie jedem bekannt, aber
ich will fair gegenüber den unwissenden sein und erkläre sie mal kurz:
hai > ja
ohayou (gozaimasu) > (guten) Morgen
konnichiwa > guten Tag
gomen / gomen ne / gomen nasai > Verzeihung, tut mir Leid,
Entschuldigung...
arigatou (gozaimasu) > (vielen) Dank
nani > was
-kun > Endung, die oft von gleichaltrigen Jungs benutzt wird (Im
Japanischen wird KEIN Bindestrich gesetzt!)
-chan > Endung, die oft von (jungen) Mädchen und Freundinnen benutzt wird
So, ich hoffe, ich habe alle gefunden. ^^;